Dem Smartphone-Verbot trotzen

In dieser Woche erzählte eine Schülerin von ihrem Sohn. An seiner Schule gibt es ein generelles Smartphone-Verbot. Oft wollen Eltern den Medienkonsum ihrer Kinder steuern und kontrollieren. Auch hier wird dann meist mit einem Smartphone-Verbot gearbeitet. Was in beiden Fällen nicht berücksichtigt wird: Unsere Schüler/Kinder sind kreativ.

Das Zauberwort heißt hier Google Docs. Niemand schöpft Verdacht, wenn im Unterricht oder zu Hause mit einem Textverarbeitungsprogramm gearbeitet wird. Solche Dokumente können freigegeben und gemeinsam bearbeitet werden. Jeder Beteiligte schreibt in einer anderen Farbe – fertig ist der Chat. Oder man nutzt gleich, allerdings etwas auffälliger, die Chat-Funktion.

Ich finde: So viel Kreativität sollte belohnt werden 😃.

Ach ja, das Verfahren kann natürlich auch mit Microsoft abgebildet werden.

Beschäftigtendatenschutz

Personenbezogene Daten von Beschäftigten unterliegen dem Datenschutz gemäß DS-GVO. Das ist einleuchtend. Was passiert allerdings mit Bewerberdaten? Hier kann es in der Praxis passieren, dass etwas „großzügiger“ verfahren wird. Es kann ja schließlich vorkommen, dass ein Bewerber heute zwar abgelehnt wird, aber vielleicht möchte man später doch noch einmal an ihn heran treten? 6 Monate gelten als akzeptable Aufbewahrungsfrist. Anschließend müssen die Bewerberdaten gelöscht werden. Soll ein Bewerberpool gebildet werden, bedarf es der Einwilligung der Bewerber. Die Kanzlei WBS hat dazu heute einen passenden Artikel publiziert.

Senioren und Computer

Vorgestern startete ein neuer Computerkurs für Senioren in der Oschatzer Volkshochschule. In diesem Kurs begleite ich fünf Teilnehmer. Solche Kurse werden regelmäßig von der Volkshochschule angeboten und dann auch durchgeführt. Ich staune immer wieder, mit wie viel Enthusiasmus ältere Menschen in das Thema Computernutzung einsteigen. Frage ich nach ihren Beweggründen, dann spielen oft Gründe eine Rolle wie Kommunikation mit Familienmitgliedern, online einkaufen können, nicht mehr auf die Hilfe der Enkel angewiesen sein.

Ich möchte vor allem zeigen, dass die Nutzung digitaler Geräte Spaß machen kann. Nicht der Frust darüber, etwas nicht zu können, soll überwiegen, sondern die Freude am Erreichten. Ich stelle auch immer wieder fest, dass sich nach den 7 Kursnachmittagen die Feinmotorik der Maushand deutlich verbessert hat. Die Reaktionsgeschwindigkeit nimmt zu. Entscheidende Displayinhalte werden schneller entdeckt. Passend dazu veröffentlichte Heise online einen schönen Artikel. Unter dem Namen „Senioren Zocken“ gibt es schön seit längerer Zeit einen YouTube-Kanal und ein Instagram-Account.

Passend zu meinen Erlebnissen veröffentliche die Ärztezeitung einen Artikel. Das Thema findet endlich Beachtung und wird wissenschaftlich untersucht.

Was Bodycams mit Amazon zu tun haben

Die Polizei, z. B. die Bundespolizei, darf Bodycams einsetzen. Die Aufnahmen sind dann auch als Beweismittel zulässig. Entsprechend urteilte unlängst das Landgericht Düsseldorf. Aber wie werden die Aufnahmen gespeichert, wie und an wen werden sie weitergegeben?

Und da kommt nun Amazon ins Spiel. Wie tagesschau.de berichtet, werden diese Aufnahmen auf Servern von Amazon gespeichert. Wenn ich Amazon-Kunde bin, dann gebe ich Amazon meine Daten freiwillig. Wenn ich von der Polizei gefilmt werde, geschieht das eher nicht freiwillig. Ich kann nicht nachvollziehen, wer Zugriff auf diese Daten erhält. Vielleicht sollte man von seinem Auskunftsrecht gegenüber der Bundespolizei Gebrauch machen?

Foto, Film und Datenschutz

Filme oder Videos, die Menschen abbilden, fallen unter das Datenschutzrecht. Das kann man so hinnehmen oder man kann sich fragen: Wo in der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) genau steht das denn?

Mit dem Urteil C-345/17 des Europäischen Gerichtshofes vom 14. Februar 2019 muss man sich diese Frage nicht mehr stellen.

Das Urteil ist diesbezüglich präzise: „In Anbetracht der Bedeutung der gegenwärtigen Entwicklung im Zusammenhang mit der Informationsgesellschaft bezüglich Techniken der Erfassung, Übermittlung, Veränderung, Speicherung, Aufbewahrung oder Weitergabe von personenbezogenen Ton- und Bilddaten muss diese Richtlinie auch auf die Verarbeitung dieser Daten Anwendung finden.

Da ist zu dem Thema doch alles gesagt.

Schlaflos in Neuböhla…

oder: „Über das Vertrauen“

Noch halb in der Nacht war es heute für mich mit Schlafen vorbei. Da gehen einem schon mal die absonderlichsten Gedanken durch den Kopf. Ich musste an Demokrits Vertrauensbegriff denken. Wie ich zu so einer verrückten Sache kommen konnte?

Ursache war wahrscheinlich ein Artikel, den ich vor dem Einschlafen las. In dem geht es um Vertrauen – Vertrauen in Technologie, Vertrauen in Unternehmen und es geht konkret auch um Vertrauen in Facebook. Die Kernaussage des Artikels zu Facebook war für mich: „Die Marke Facebook stirbt. Sie wird in fünf Jahren das neue ­Myspace sein.“ Warum kann es dazu kommen? Nutzer verlieren das Vertrauen, nicht zur Marke Facebook, sondern zum sozialen Netzwerk Facebook.

Und was sagte Demokrit zum Vertrauen? Vertraue nicht allen, sondern nur den Bewährten. Das bedeutet doch auch, dass Vertrauen auch wieder entzogen werden kann. Wenn sich etwas nicht mehr bewährt, verschwindet Vertrauen.

Ich fände es nicht einmal schade, wenn die Entwicklung tatsächlich in diese Richtung ginge. Für mich ist Facebook ok, mehr aber auch nicht. Voneinander unabhängige Blogs leisen das gleiches, wenn nicht sogar mehr. Filterblasen entfallen. Ja… für mich wäre ein Aus von Facebook kein Verlust.

Also, wer Lust auf das Thema hat, sollte mal den ganzen Artikel lesen, der auf T3N veröffentlicht wurde.

Vincent van Gogh

Reist man in die Provence, besonders in Gegend um Arles, kommt man an Vincent van Gogh nicht vorbei. Wir lieben die Provence und wir lieben Saint-Rémi-de-Provence. Immer wieder kommen wir hier her. Da ist es doch naheliegend, sich mal eine van-Gogh-Biografie vorzuknöpfen. Das haben wir im letzten Sommer und Herbst getan. Meine Wahl fiel auf „Vincent van Gogh – Ein Leben in Leidenschaft“ von Irving Stone.

Stone ist ein großartiger Erzähler. Sein Roman besticht nicht nur durch die Kenntnis biografischer Fakten zu van Gogh. Er schildert Orte und Landschaften sehr eindrücklich. Stellenweise hatten wir das Gefühl, jeden Olivenbaum, jedes Feld, jeden Hügel zu kennen.

Passend zum biografischen Roman Irving Stones sollte man sich unbedingt, wenn man schon mal in der Nähe ist, Saint-Rémi-de-Provence anschauen. Den Fußweg vom Zentrum des kleinen Städtchens zum ehemaligen Kloster Saint-Paul-de-Mausole kann man nicht verfehlen. Eingelassen Bronzemarke sorgen dafür.

Wegmarke in Saint-Rémy-de-Provence

Zikaden zirpen. Das Laub der Olivenbäume rauscht leise im Wind. Der Blick in Richtung Süden wird vom Kamm der Alpillen begrenzt. An Stellen, an denen van Gogh Landschaften gemalt hat, sind Schautafeln angebracht. An einigen dieser Stellen hat sich die Natur noch nicht sehr verändert. Man sieht die Landschaft so, wie van Gogh sie gesehen hat. Van Gogh verbrachte im Kloster ein Jahr seines Lebens. Mönche gibt es hier schon lange keine mehr. Das Kloster beherbergte damals eine Nervenheilanstalt. Heute ist es ein sehenswertes Museum.

Beim Kloster angekommen, sollte man es unbedingt besuchen. Nicht nur das Bauwerk selbst ist sehenswert. Vom Klostergarten aus hat man eine tolle Aussicht, die bis zum Mont Ventoux im Nordosten reichen kann. Auf dem Lavendelfeld im Klostergarten tummeln sich Bienen, Schmetterlinge und Touristen. Bänke im Schatten oder in der Sonne laden zum Verweilen ein.

Der Klostergarten

In diesem Jahr kommt der zum Roman passende Film in die deutschen Kinos. Der Trailer ist vielversprechend. Wer Lust auf van Goghs Zeit in der Provence hat, sollte sich schon mal den 18. April 2019 vormerken. Da startet der Film.

Ein offener E-Mail-Verteiler und die Folgen

Etwas, vielleicht Elementares, vorweg: Die Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union (DS-GVO) ist zwar geltendes Recht, sie gilt aber nicht im privaten Bereich. Artikel 2 Absatz 1 Buchstabe c ist da ziemlich eindeutig: „Diese Verordnung findet keine Anwendung auf die Verarbeitung personenbezogener Daten… c) durch natürliche Personen zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten“ Der Erwägungsgrund 18 formuliert Gleiches. Das „Zauberwort“ hierbei lautet „ausschließlich„.

Ich möchte einen Fall aus Sachsen-Anhalt zum Anlass nehmen, das Thema doch etwas genauer zu betrachten.

Was versteht man unter einem offenen E-Mail-Verteiler? Ich kann eine E-Mail an einen oder an mehrere Empfänger versenden. Um mit einer Mail mehrere Empfänger zu erreichen, stehen mir zwei Möglichkeiten zur Verfügung: das Feld „CC“ und das Feld „BCC“. Trage ich in die Felder „An“ oder „CC“ mehrere Empfänger ein, sind die Empfängerdaten (E-Mail-Adressen) für alle Empfänger sichtbar. Hierbei spricht man von einem „offenen Verteiler“. Nutze ich dagegen das Feld „BCC“, sind die Empfängerdaten verborgen.

Wann wird das Thema datenschutzrelevant? Kommuniziere ich ausschließlich im privaten Bereich, dann muss ich mir über das Thema „Datenschutz“ keine Gedanken machen (siehe oben). Kommuniziere ich als Privatperson mit Firmenmitarbeitern, mit Mitarbeitern im öffentlichen Bereich oder mit Mitgliedern in Vereinen, dann findet bereits die DS-GVO Anwendung. Zweitens geht es um die Frage: Ist ein Rückschluss auf eine natürliche Person möglich? E-Mail-Adressen in der Form info@… oder kontakt@… sind hierbei also nicht relevant. Haben E-Mail-Adressen aber die Form ulf.tschech@…, dann sieht die Welt anders aus. Hier greift die DS-GVO.

Im besagten Fall des Herrn aus Merseburg kamen zwei Sachverhalte zusammen: 1. Er benutzte einen offenen Verteiler. 2. Er schrieb hunderte Personen mit personenbezogenen E-Mail-Adressen an. Das Ergebnis: Ein Bußgeld in Höhe von über 2.500 Euro.

Wer als Mitarbeiter oder Vereinsmitglied E-Mail-Verteiler benutzt, muss diese immer als geschlossenen/verdeckten Verteiler gestalten. Die Adressen ins Feld „BCC“ kann ja nun wirklich kein Thema sein.

Lehrer und WhatsApp

Messenger erlauben eine schnelle und unkomplizierte Kommunikation mit einzelnen Personen oder mit Personengruppen. Für Lehrer scheint das eine attraktive Möglichkeit zu sein, mit Schülern und Eltern in Kontakt zu bleiben. Der in Deutschland am häufigsten genutzte Messenger-Dienst ist WhatsApp. Und damit beginnen auch schon die Schwierigkeiten.

Weine Meinung dazu vorweg: Finger weg!

Das größte Problem aus meiner Sicht ist der Datenschutz. Sicherlich ist die von WhatsApp verwendete Ende-zu-Ende-Verschlüsselung toll. Damit werden die Kommunikationsinhalte geschützt. Ich sehe eher den Umgang mit Adressdaten als Problem. Ohne dass es eine aktive Einwilligung gibt, können Personen in eine Gruppe aufgenommen werden. Natürlich kann man die Gruppe wieder verlassen. Aber einmal drin in der Gruppe, stehen die Kontaktdaten allen zur Verfügung. Das Adressbuch wird auf Servern gespeichert, die sich in einem unsicheren Drittstaat (USA) befinden. Die DS-GVO verbietet das.

Mein zweites Problem ist eher „weicher“ Natur. Eine WhatsApp-Kommunikation bringt permanente Erreichbarkeit mit sich. Es erfordert schon ein hohes Maß an Konsequenz, Nachrichten nicht sofort zu beantworten. Eine Trennung zwischen Arbeitswelt und Privatem fällt schwer.

Ich habe mir im Titel Lehrer ausgewählt, weil das der Arbeitsbereich ist, in dem ich meine Brötchen verdiene. Meine Argumente gelten jedoch genau so für Ätzte, Therapeuten und andere Berufsgruppen, die mit Menschen im beruflichen Umfeld kommunizieren.

Öffentlichkeitsarbeit und Fotos

Die unterschiedlichsten Maßnahmen aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit werden heute meist von Fotos begleitet. Fotos, die in sozialen Netzwerken gepostet oder auf Websites veröffentlicht werden.

Zunächst einmal gilt: Digitale Fotos, die natürliche Personen abbilden, fallen unter die Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union (DS-GVO). Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass es hierbei nicht um Fotos im privaten Umfeld geht. Für solche Fotos gilt lt. Art. 2 Abs. 2 Buchstabe c DS-GVO die Datenschutz-Grundverordnung nicht. Kindern (natürliche Personen vor vollendetem 14. Lebensjahr) wird im Zusammenhang mit Fotos für Öffentlichkeitsarbeit ein besonderes Schutzbedürfnis zuerkannt.

Bei Kindern kann davon ausgegangen werden kann, dass die Betroffeneninteressen überwiegen. Sie sollten weder fotografiert noch die erzeugten Fotos online veröffentlicht werden. Für alle anderen Fotos mit natürlichen Personen bedarf es einer Rechtsgrundlage. Hierbei hilft uns Art. 6 Abs. 1 DS-GVO weiter.

Eine einfache Möglichkeit besteht darin, die Einwilligung der abgebildeten Personen einzuholen (Art. 6 Abs. 1 Buchstabe a DS-GVO). Die Einwilligung muss aus freien Stücken erfolgen und sie muss dokumentiert sein. Das kann durch ein kleines Formular geschehen, welches die abgebildeten Personen unterschreiben. Eine Einwilligung kann z. B. bei Tagen der offenen Tür eingesetzt werden.

Bei Messen kommt es immer wieder vor, dass der Messestand mit Besuchern fotografiert wird. In solchen Situationen sollte eine Interessenabwägung (nach Art. 6 Abs. 1 Buchstabe a DS-GVO) vorgenommen werden. Bei dieser muss von den „vernünftigen Erwartungen“ der betroffenen Personen ausgegangen werden (Erwägungsgrund 47 DS-GVO). Kann ich als Messebesucher davon ausgehen, dass hier Fotos gemacht werden? Diese Frage kann mit „Ja“ beantwortet werden. Auf Messen ist also eine Einwilligung nicht erforderlich. Wenn Besucher auf dem Messestand allerdings nicht fotografiert werden möchten, muss diesem Wunsch entsprochen werden. Bereits erzeugte Fotos müssen demzufolge dann auch gelöscht werden.

Abgebildete Personen können überhaupt immer von ihrem Widerrufsrecht gebrauch machen. Die entsprechenden Fotos müssen dann zeitnah (innerhalb von 72 Stunden) gelöscht werden.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass weiterhin Fotos im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit erzeugt und verwendet werden können. Allerdings müssen einige Rahmenbedingungen beachtet werden.